UX & Research

UX, UI & Co: Was heute wirklich dahinter steckt

Wie UX sich von einer Disziplin zu einer Haltung entwickelt hat und warum gute Gestaltung heute weit über das Interface hinausgeht.

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27.10.2025

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Stefan Häber

Stefan Häber

Managing Director

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Beginnen wir beim Kern: UX. UX steht für User Experience – also die Erfahrungen, die Menschen mit einem Produkt machen.

Die DIN EN ISO 9241-210 definiert User Experience als „Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/oder erwarteten Benutzung eines Produkts, Systems oder einer Dienstleistung resultieren.“ Dazu zählen alle Emotionen, Vorstellungen, Wahrnehmungen, Vorlieben, Reaktionen, Verhaltensweisen und Leistungen – vor, während und nach der Nutzung.

Das Ziel jeder Produktentwicklung: eine möglichst positive User Experience. Der Prozess, der dorthin führt, heißt User Experience Design (UXD). Wer ihn verantwortet, ist ein:e UX-Designer:in.

UX heute: Mehr als Design

UX ist längst kein reines Gestaltungsfeld mehr. UX ist heute ein strategischer Erfolgsfaktor für digitale Produkte, Services und ganze Organisationen.

Wer gute UX schaffen will, muss verstehen, wer die Nutzer:innen sind:

  • welche Ziele sie verfolgen
  • welche Bedürfnisse, Erwartungen und Kenntnisse sie haben
  • in welchem Kontext sie Produkte oder Services nutzen

Daraus entstehen Anforderungen, die die Basis für gutes UX-Design bilden. Genau hier kommen UX-Researcher:innen ins Spiel. Sie erforschen Bedürfnisse, Erfahrungen und Nutzungskontexte – qualitativ wie quantitativ – und übersetzen Erkenntnisse in Design- und Produktentscheidungen.

Usability, UI und IA: Wie alles zusammenhängt

Eine gute User Experience braucht Usability – also Gebrauchstauglichkeit. Usability sorgt dafür, dass ein Produkt effizient, effektiv und zufriedenstellend nutzbar ist.

Hier agieren Usability Engineers: Sie analysieren, testen und optimieren die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine – das User Interface (UI). Das UI-Design wiederum gestaltet die Bedienelemente und Interaktionsmuster: Buttons, Menüs, Feedbacks. UI-Designer:innen sorgen dafür, dass die Anwendung visuell klar, zugänglich und konsistent ist.

Ebenso wichtig: die Information Architecture (IA). Informationsarchitekten strukturieren Inhalte, definieren Navigationslogiken und schaffen Orientierung. Sie legen fest, wie Informationen gefunden und verstanden werden.

Disziplinen mit fließenden Grenzen

UX-Design, UI-Design, Usability Engineering und Information Architecture greifen ineinander. In der Praxis überschneiden sich Aufgaben häufig:

  • UX-Designer:innen testen auch Usability
  • Usability Engineers gestalten Interface-Elemente
  • Informationsarchitekten führen Nutzerinterviews
  • UX-Researcher:innen liefern Input für visuelle Designentscheidungen

Klare Grenzen gibt es selten. Entscheidend ist, dass alle gemeinsam an einem Ziel arbeiten: ein besseres Nutzererlebnis.

Menschenzentrierung vs. reine Kundenzentrierung

Gute UX setzt den Menschen als Nutzer:in in den Mittelpunkt, nicht nur den zahlenden Kunden. Ein häufiger Fehler: Systeme und Services werden primär für Kunden (= die Käufer:innen) konzipiert und die eigentlichen Nutzer:innen bleiben unterrepräsentiert.

Wenn Produktgestaltung sich zu stark an Marketing- oder Sales-Zielen orientiert, droht eine Entmenschlichung: Nutzer:innen werden auf „Kunden“ reduziert, menschzentrierte Prinzipien (wie Fehlerrobustheit, Interpretierbarkeit, Konsistenz) geraten in den Hintergrund.

Daher gilt: UX muss vor CX stehen. Das heißt: Zuerst muss das Erlebnis für alle Nutzer:innen gestaltet werden, dann kann Kommunikation, Verkauf oder Kundenbindung anschließen.

UX im Jahr 2025: Von Disziplin zu Haltung

Seit der Erstveröffentlichung dieses Artikels im Jahr 2014 hat sich Vieles verändert. UX ist heute kein Nischenthema mehr, sondern zentraler Bestandteil digitaler Produktentwicklung. Themen wie Accessibility, AI-driven Interfaces, Ethical Design oder UX-KPIs zeigen, wie breit das Feld geworden ist.

UX ist nicht nur eine Disziplin. Sie ist eine Haltung: Produkte so zu gestalten, dass sie für Menschen funktionieren. Mit Empathie, Verständnis und Verantwortung.

Kurz gesagt: Gute UX entsteht, wenn Technologie den Menschen wirklich nutzt.

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